Berlin, 25.9.72

Meine liebe Anna

Du weißt, in welchem Maße Dein Wunsch mir Befehl ist, und kannst Du auf meine ganze Hingebung rechnen, sobald das Individuum ermittelt sein wird; nur bin ich nicht sicher, ihn zu fassen, insofern die Engländer fast immer ganz anders heißen wie die Eltern bezeichnet wurden. Bis dato fand ich keinen, der's hätte sein können.

Den 28. h. fahre ich mit meinem Allergnädigsten wieder nach Baden ab bis ca. 23. Oktober, wahrscheinlich inklusive einer daran schließenden Extratour; und was später werden wird, ist bei heutigen Zeitäufen schwer von hier aus zu übersehen. Projekte mit Hofjagdreisen etc. reichen bis Ende November, aber wie es mit der Ausführung stimmen wird, ist schwer zu sagen; und in dieser Beziehung auch schwer zu bestimmen, ob ich für Steinort abkömmlich sein werde vor dem Winter, was, wenn es einträte, mir eine sehr große Freude sein würde; auch würde uns eine kleine derartige Vergnügung ganz besonders erwünscht sein und gut tun, denn ich bin ein bisschen wie ein Pferd, dass zu viel Galopp gehabt hat, nach allen den Ritten Schlag auf Schlag. Ein bisschen ausspannen täte ich ganz gern, aber es ist immer schwer, das   Unleserliche Stelle [...] dazu zu fassen.

Ich komme aber vom König und muss gleich zum Diner zurück, daher pardon für die Eile, die der Brief verrät.

Hier ist es scheußlich mit Kälte Wind und Regen. Erzähl doch an Carl, dass ich neulich bei der Kaiserin von Österreich en mission war, was   Unleserliche Stelle [...] mit Aufnahme sehr gut ging, und ich unter anderem mit der Kaiserin 1 1/2 Stunden im Stall alle ihre Pferde musterte, auch beide Tage als einziger Fremder bei ihr aß. Dem König machte es beim Bericht viel Spass, und die alten Österreicher, die niemals gesehen werden, haben sich niederträchtig geärgert, was ziemlich amüsiert

Deinen alten Heinz