Lötzen, den 8. Dezember 1862

Meine gnädigste Frau Gräfin!

Die Adressen sind mir bis zum heutigen Tage noch nicht sämtlich zugegangen, doch erwarte ich die letzte Mittwoch, den 10. d. M. zurück und werde dann nicht unterlassen, dieselben Ihrem gnädigen Wunsche gemäß an Herrn von Bergen abzusenden. Ob Herr Pelet sich einer abgehenden Deputation anschließen wird, ist jetzt wohl zweifelhaft, da derselbe, wie ich äußerlich erfahren, in Königsberg erkrankt und von dort gestern noch krank nach Hause zurückgekehrt sein soll. Ein wirklich gut gesinnter Bürger oder Handwerker, der auch sonst die erforderliche Qualifikation besitzt, ist in Lötzen - ich muss es zu meinem tiefsten Schmerz gestehen - nicht vorhanden. Doch wird es vielleicht möglich sein, einen solchen in Rhein (das gleichfalls zu meinem Kreise gehört) zu ermitteln, und ich werde zu diesem Behufe morgen dorthin fahren, um persönlich zu wirken, was ich vermag. Euer Hochgeboren wollen überhaupt gütigst überzeugt sein, dass ich mit meinem letzten Blutstropfen meinem Könige dienen will und werde. Leider ist jetzt noch wenig zu erreichen, was mich mit tiefem Schmerz erfüllt; doch der liebe Gott wird wieder helfen. Er hat ja die Vertrauenden noch nie verlassen! Sollte sich eine geeignete Persönlichkeit in Rhein zur Reise nach Berlin bereit finden, so werde ich dieselbe am 12. d. M. nach Angerburg an Herrn Bergen absenden und Ihnen, meine gnädigste Frau Gräfin, davon Anzeige machen. Ob derselbe eine Entschädigung der Reisekosten beanspruchen wird, lässt sich heute nicht vorhersehen.

Genehmigen Sie, gnädigste Frau Gräfin, die Versicherung meiner verehrtesten Ehrerbietung und Ergebenheit, mit der ich mich ganz und gar zur Verfügung stelle als

Euer Hochgeboren ganz gehorsamster Diener Bielitz