Sanditten, den 25. August 1854

Meine gnädigste Gräfin!

Ihrem Befehle gemäß, erhalten Sie einliegend eine  Liegt der Akte nicht bei.
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Nachweisung eines Deputats
, welches ein Inspektor, in ähnlichen Verhältnis wie der Ihrige, erhält, womit eine Familie, deren Ansprüche nicht zu groß sind, sehr auskömmlich leben kann; wobei ich mir auch vorzuschlagen erlaube, dass ihm die Bedingung gestellt wird, dass, falls er dieses Deputat nicht ganz verbraucht, er es nicht verkaufen oder fortbringen darf, sondern es dem Dominium verbleibt. Gern wird ein Inspektor, der bisher ganz aus dem Vollen gelebt und sich ohne alle Mühe stets das Beste genommen hat, nicht darauf eingehen, da die Frau desselben namentlich zur  Hierbei wurde sie von Tagelöhnern unterstützt, vgl. GStA PK, XX. HA, Rep. 54 Gutsarchiv Lehndorff-Steinort, Nr. 738, n. f.: General-Nachweisung der im Schloss-Garten zu Groß-Steinort geleisteten Garten-Hilfe vom 1. August 1852 bis zum 1. August 1853 (5. September 1853). Im benannten Zeitraum waren 955 Tage Tagelohn - vor allem im September/Oktober 1852 und April bis Juni 1853 - geleistet worden.
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Erbauung der Gartenfrüchte
und bei Erziehung des Federviehs einige Mühe und Sorge übernehmen muss, während ihr bisher die gebratenen Tauben in den Mund geflogen kamen.

Meine Frau trägt die herzlichsten Empfehlungen auf; ich küsse Ihnen die Hände und bin mit der Bitte, mich Ihrem Gatten angelegentlich zu empfehlen, Ihr treu ergebener Schlieben

PS. Heute hatte ich den Schlossbau-Inspektor Ulrich aus Königsberg hier, um über die Beendigung meines Erbbegräbnisses mit ihm zu konferieren. Unter den Zeichnungen habe sich eine ihm nicht gehörende „Bleizeichnung eines ganz ähnlichen Gewölbes, die Herr Ulrich nach langem Nachsinnen endlich für die Ihrige erklärte (gefunden), welche Ihr Mann so lange vergebens gesucht hat, und selbe ich Ihnen anbei übermache.“ Nach weiterem Nachdenken habe sich Ulrich erinnert, dass ihn der „selige Schwieger-Vater beauftragt hatte, eine solche Zeichnung „ähnlich der meinigen mit einigen Abänderungen zu entwerfen.“ Ulrich, der behauptet hatte, die Zeichnung nach Steinort geschickt zu haben, lasse sich entschuldigen.