Georgenberg, 5. Dezember 1881

Herzlich verehrte liebe Gräfin Lehndorff!

Die hübschen Stunden in Ihrem schönen Steinort sind mir so warm in der Erinnerung, dass es mich treibt, Ihnen dies heute noch schriftlich zu sagen! Aber noch ganz besonders wollen mein Mann und ich Ihnen noch danken für das alte – für uns so außerordentlich wertvolle  Möglicherweise Scjlieffen, Martin Ernst von, Nachricht von einigen Häusern des Geschlechts der von Schlieffen oder Schlieben vor Alters Sliwin oder Sliwingen, Cassel 1784.
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„Schlieben-Buch“
. Mir ist, als hätte ich Ihnen nicht zur Hälfte genügend gedankt! Sie haben es uns angetan durch Ihre Güte und froh aßen wir gestern auf Ihre Gesundheit die zwei Fasanen, von deren geheimnisvollem Dasein in unserm Wappen ich erst in der letzten Stunde in Steinort hörte.

Besten Dank auch für unsere Reisedecke! – Das Vergessen von Sachen hat nur eine gute Seite - dass es den Verkehr weiter spinnt zwischen den Häusern.

Wie herzlich wünsche ich, dass Ihnen die Fahrt nach Königsberg wohl tun möchte! und ebenso Ihrer lieben Tochter Anni. In Rosengarten guckte ich noch 5 Minuten mit dem größten Interesse in Ihr Waisenhaus hinein.

Bitte empfehlen Sie mich Ihrer gnädigsten Frau Tante, deren gütige Sorge für meinen schwachen Rücken ich nicht vergessen kann, und wenn es sein könnte, denken Sie weiter freundlich an

Ihre Ihnen herzlich ergebene Helene Schlieben-Boddien

Meinen besten Gruß dem Grafen Lehndorff und Ihren lieben Töchtern.