Hannover, 13.1.82

Verehrter Graf!

Sehr erfreut sind wir über die Aussicht, Sie und Ihre Familie voraussichtlich hier begrüßen zu können, und vor allem weiß ich, wie glücklich es meine Schwester machen würde, Gräfin Agnes hier zu haben.

Um Ihre Frage erschöpfend beantworten zu können, wandte ich mich heute gleich nachdem ich Ihren Brief erhalten an den Hofmarschall Schulenburg, der übrigens nur Exzellenz von seinen Bekannten genannt wird, was er keineswegs ist, und erfuhr von ihm folgendes: Ziemlich sicher findet ein Ball im Schloss zu Fastnacht, also am 21. Februar statt, vorher noch einer, der noch nicht zu bestimmen, weil er abhängig von der Rückkehr des Prinzen aus Berlin. Nach Fastnacht, aber spät, ein Hofkonzert. In der Fastenzeit Empfang, Diner, auch Thees wahrscheinlich. Am 8. und 16. Februar sollen Bälle beim Oberpräsidenten stattfinden. Mehr konnte ich selbst beim Hofmarschall nicht in Erfahrung bringen.

Eine sehr gute Gesangslehrerin ist hier. Es ist die erste Sängerin an der hiesigen Oper eine Frau Koch-Bosenberger. Von der Tochter der verstorbenen Frau von Gersdorff hörte ich, dass diese Dame sehr guten Unterricht erteilt, auch Anfängerinnen im Gesang. Außerdem hat Jenny Korsch mit vielem Erfolg hier Gesangsunterricht gehabt, bei wem weiß ich allerdings nicht. Meine Schwester ist von Berlin aus gleich weiter nach Brünn gefahren, und erwarten wir sie hier am 20. spätestens. Mein Wunsch, sie bereits am 18. an ihrem Geburtstag hier zu sehen, scheint nicht in Erfüllung zu gehen. Ich hoffe, dass Sie nun sicher mit Schliebens am 19. oder 20. kommen.

Wie ich höre, wird Gräfin Schwerin auch auf einige Wochen hierher nach Hannover kommen, so dass sich hier eine ganze Kolonie der Ältesten und Besten aus unserer Provinz versammelt.

Mit der Bitte, mich Ihrer Hochverehrten Frau Gemahlin bestens zu empfehlen, Ihr ganz ergebener Gf. Klinckowström