Königsberg, den 4. April 1720

Allerdurchlauchtigster Großmächtigster König,
Allergnädigster Herr,

Es haben Ew. Königliche Majestät mittels Dero hohen  Liegt der Akte bei, Bl. 137.
 [Schließen]
Verordnung vom 25. Martii a. c.
mir allergnädigst anbefohlen, ohne allen weiteren Verzug, längstens binnen 14 Tagen, jemanden zum Verweser zu Memel in alleruntertänigsten Vorschlag zu bringen. Welchem zu untertänigster Folge allergehorsamst vorstellen muss, wie ich bis dato, aller angewandten äußersten Bemühung ohngeachtet, niemanden, dem diese Funktion füglich anvertrauen könne, gefunden. Deswegen Ew. Königlichen Majestät alleruntertänigst empfehle, dem Verweser von Canitz als welcher Zeit seiner angetretenen Verweserschaft nicht 14 Tage im Amte Memel zugebracht, mir auch nicht die geringste Nachricht, dass er abzudanken willens, gegeben, indessen beinahe ein ganzes Jahr abwesend, die nachdrückliche allergnädigste Ordre zu erteilen, sich ungesäumt ins Amt zu verfügen und die in seiner Abwesenheit vorgefallenen Versäumnisse und Disordres einigermaßen zu redressieren. Abgesehen, wenn dem verordneten Verweser so geraume Zeit abwesend zu sein frei stehen sollte, Ew. Königliche Majestät hohes Interesse und die Justiz in denen Ämtern gar sehr periditieren würde. Indessen werde Ew. Königlicher Majestät hohem Befehl zu Folge mich bearbeiten, jemanden, der die benötigte Capacität hat, dieser Funktion mit Nutzen und zu Ew. Königlichen Majestät hohem Wohlgefallen vorzustehen, selbe anzunehmen zu persadieren, aufzufinden. Der ich mich übrigens Ew. Königlicher Majestät beharrlicher Gnade in Untertänigkeit ferner empfehle und in tiefster Submission ersterben werde

Allerdurchlauchtigster Großmächtigster König
Allergnädigster Herr
Ew. Königlichen Majestät alleruntertänigster Vasall
E. A. G. v. Lehndorff