Berlin, den 13. Februar 1853

 Allerhöchste Kabinettsordre, Charlottenburg, 13. Februar 1853. Die Abschrift liegt der Akte bei. Vgl. auch LASA, StA L, Bestand 21950 FA Lehndorff, Nr. 213, Bl. 27.
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Des Königs Majestät haben beschlossen, die 1812 aufgehobene Balley Brandenburg des Johanniter-Ordens in einer der alten Verfassung sich annähernden Form wiederherzustellen und namentlich einen neuen Herrenmeister erwählen zu lassen.

Das Recht der Wahl stand früher dem Capitel des Ordens zu, welches aus den Commendatoren der einzelnen Commenden bestand, letztere sind aufgehoben und es befinden sich keine Comthure der früheren Balley mehr am Leben. Seine Majestät der König haben deshalb bestimmt, dass diejenigen Ritter der ehemaligen Balley, welche vor Aufhebung derselben den Ritterschlag in Sonnenburg noch wirklich empfangen haben, zu Comthuren ernannt werden, um das Capitel zu bilden und für dieses mal die Wahl vorzunehmen.  Vgl. dessen Aufschwörungstafel und den Brief vom 30. Juni 1783.
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Ew. Exzellenz gehören zu den Rittern, welche in Sonnenburg geschlagen sind,
Seine Majestät der König haben Sie daher zum Comthur ernannt, und  Nominations-Patent, Charlottenburg, 13. Februar 1853, liegt der Akte bei.
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fügen wir die Allerhöchst vollzogene Urkunde über diese Ernennung ganz ergebenst bei
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Behufs der Wahl sind, wie dies auch früher bei der Wahl des Herrenmeisters geschehen, die ganz ergebenst unterzeichneten Staatsminister besage der abschriftlichen Anlage zu königlichen Wahlkommissarien ernannt worden, und kraft dieser Allerhöchsten Vollmacht beehren wir uns, Ew. Exzellenz als neu ernannten Comthur zur Wahl des Herrenmeisters des erneuerten Johanniter-Ordens der Balley Brandenburg hierher ganz ergebenst einzuladen und ersuchen Sie, uns gefälligst mitzuteilen, wann Sie hier einzutreffen gedenken.

Da indessen Ew. Exzellenz Gesundheitsumstände es vielleicht nicht möglich machen könnten, die weite Reise in der jetzigen Jahreszeit anzutreten, die Sache auch nach dem Willen Seiner Majestät des Königs der möglichsten Beschleunigung bedarf, so haben des Königs Majestät zu genehmigen geruht, dass Sie die Wahl schriftlich nach  Liegt der Akte nicht bei.
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anliegendem Schema
vorzunehmen berechtigt sein sollen, falls Sie die Reise hieher nicht antreten könnten oder wollten.

Als höchster Patron des Ordens ist Seine Majestät der König gleichwie Allerhöchstdero Vorfahren in der Regierung berechtigt, einen Ritter des Johanniter-Ordens und ein hohes Mitglied des Königlichen Hauses zu bezeichnen, auf welches primo loco die Wahl gerichtet werden muss, die  Liegt der Akte nicht bei.
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Einlage
enthält, was des Königs Majestät und deshalb mündlich zu eröffnen geruht haben und  Undatierte Abschrift der Antwort Lehndorffs in: LASA, StA L, Bestand 21950 FA Lehndorff, Nr. 213, Bl. 28.
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wollen Ew. Exzellenz daher uns baldigst schriftlich mitteilen, wohin Sie Ihre Stimme richten.
Sobald sämtliche Stimmen eingegangen sind, werden wir solche dem hier anwesenden Comthur Herrn Grafen Henckel von Donnersmarck übergeben, um danach den Majestätsbeschluss zu ziehen und den erwählten Herrenmeister nach vorgängiger Anzeige an seine Majestät den König zu proklamieren, wovon Ew. Exzellenz demnächst Nachricht gegeben werden soll.

 Landrat a. D. Graf von Zieten-Wustrau, Generalleutnant a. D. von Miltitz, königlich-sächsischer Minister Graf von der Schulenburg-Closterade, Generalleutnant a. D. Graf von Lehndorff-Steinort, Graf Ferdinand zu Stolberg-Wernigerode, reg. Graf Heinrich zu Stolberg-Wernigerode, von Behr-Negendank zu Kabelsdorf bei Ribsees. Erb-Oberlandmundschenk Graf Henkel von Donnersmarck. Das Verzeichnis liegt der Akte bei.
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Schließlich fügen wir das Verzeichnis derjenigen älteren Ritter des Ordens bei, welche Seine Majestät der König zu Comthuren ernannt haben und die daher mit Ew. Exzellenz das Capitel zur Wahl des Herrenmeisters bilden.

Graf zu Stolberg Manteuffel