Berlin, den 7. August 1810

Hochgeborener Herr,
Hochzuehrender Herr Graf!

Ew. Hochgeboren gefälliges Schreiben vom 28. Juni c. habe ich erst jetzt hier in Berlin zu erhalten die Ehre gehabt, und so wie ich denenselben für die Übersendung des mitgebrachten Schreibens des Herrn Staatsrats Thaer und dessen 2. Teil seines rationellen Ackerbaus auf das verbindlichste danke, bedaure ich zugleich recht aufrichtig, dass eine so unangenehme Veranlassung mir das Vergnügen entzogen hat, Ew. Hochgeboren zu sehen und zu sprechen. Von Herzen wünsche ich, dass dieselben jetzt von Ihrer Krankheit völlig wieder hergestellt sein mögen, um ungehindert das Werk anfangen zu können, worauf Ew. Hochgeboren sich durch den Aufenthalt bei dem würdigen Staatsrat Thaer gewiss so gut vorbereitet haben, dass ich mir für die dortige Gegend die günstigsten Resultate von Ihren Einrichtungen verspreche.

Es ist die vorzüglichste Hochachtung, mit welcher ich die Ehre habe zu verharren

Ew. Hochgeboren ganz ergebenster Diener Schön

Zitierhinweis

Theodor von Schön an Carl Friedrich Ludwig Graf von Lehndorff. Berlin, 7. August 1810. In: Lebenswelten, Erfahrungsräume und politische Horizonte der ostpreußischen Adelsfamilie Lehndorff vom 18. bis in das 20. Jahrhundert. Bearbeitet von Gaby Huch. Herausgegeben an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Berlin 2019. URL: https://lebenswelten-lehndorff.bbaw.de/dokumente/detail.xql?id=lehndorff_mpq_z4g_hdb