Maxkeim, den 28. März 1773

Hochgeborener Graf!

Es versicherte mir der Herr Capitain v.  Klinckowström. Dessen Briefe ebd.
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Klinghoffström
, Anhaltschen Regiments, dass Ew. Hochgeboren unlängst im Lande und in Steinort eingetroffen wären. Ich gebe mir demnach die Ehre, nicht nur meine Ergebenheit, sondern auch die innigste Freude über Dero glückliche Ankunft Ew. Hochgeboren hiedurch ganz gehorsamst zu äußern, insonderheit, da bei Dero letztem Hiersein eine beschwerliche Krankheit an denen Augen mir den Vorteil, mich Denenselben empfehlen zu können, entzogen hat. Ich würde strafbar sein, wenn ich bei denen Wohltaten, mit welchen Ew. Hochgeboren in meinen Jugend-Jahren mich zu überhäufen geruht, unempfindlich bleiben, selbige vergessen, und Dero ferneres, mir höchst schätzbares Wohlwollen dadurch einschläfern wollte. Nein! solchen Undanks bin ich nicht fähig! Vielmehr werde ich mich beeifern, Ew. Hochgeboren hinlängliche Beweise einer immerwährenden Hochschätzung und lebhaftesten Erkenntlichkeit darzustellen.

Und ob zwar der gegenwärtige Zustand meiner mich nicht füglich von hier zu entfernen heißet, so bin ich ja dennoch zur Genüge überzeuget, dass nach Verlaufe dessen Ew. Hochgeboren persönlich in Steinort aufzuwarten mir gütigst verstattet werden wird.

Versichern Ew. Hochgeboren, so ich sonst gehorsamst bitten darf, Dero Frau Mutter unserer beiderseitigen untertänigsten Ehrerbietung, und empfehlen Sie uns Dero Frau Gemahlin ungekannter Weise ganz gehorsamst. Meine Frau erbittet sich Ew. Hochgeboren Wohlgewogenheit, ich hingegen schmeichle mich deren und bleibe Denenselben mit größter Verehrung lebenslang dafür verpflichtet, als

Ew. Hochgeboren ganz gehorsamster Diener Lehndorff