Gr. Schöndamm b. Ortelsburg, 25. Januar 82

Hochgeborene Frau,
Gnädigste liebe Frau Gräfin!

 Vgl. das Dokument vom 13. Januar 1882.
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Ihre Reise nach Berlin ist mir bestes Zeichen Ihres Wohlbefindens.
  Editorische Auslassung [...]

Sie haben viel Freude mit Ihrer Spende hier gemacht. Ein Lehrer sagte: „Kinder, hebt die Bilder ewig auf, so etwas ist hier noch nicht gewesen.‟

Sie fragen gütigst nach meiner Gesundheit - damit steht's nicht gut; muss fleißig mit dem Herr Doktor korrespondieren, hilft wenig, bin ja wohl 68 Jahr! Kopfschmerz, böse Augen, bedenklich schwindlig - hinderlich beim Schreiben und sonst arbeiten. Viele schöne Zeit geht verloren.

Mit dem Basar eilt's dann nicht, ich arbeite dazu, solch Werk oder Wirken darf nicht still stehen.

Die liebe Schwester A. schreibt mir von Thorn; lebt noch immer in A. mit ihren Gedanken und gut, dass sie die Nachfolgerin als tüchtig bezeichnete.

Ist doch hübsch in Berlin! ja! Aber - bleiben Sie nicht zu lange, liebe gnädigste Frau, allen wird bange sein, mir auch, der treue Herr wird Sie schützen.

Hier ist schon wieder eine Schule krankheitshalber geschlossen, in Jablonken Fabeks Residenz; ich glaube das betrifft gewiss diejenigen Kinder, welche barfuß gehen müssen.

Mit stetem Dank im Herzen, Segenswünschen verbleibe ich Ihnen im Herzen verbunden, als

Ihre ganz ergebenste Caroline Remus