Klötzen p. Marienwerder 21. Mai

Mein bester Lehndorff,

Ich bin zwar in Deine Nähe gelangt, indes nur auf kurze Zeit, indem Hatzfeld selbst nach meiner Abreise von Paris fortgegangen, ich also sobald meine hiesigen Geschäfte es gestatten, dorthin zurückkehren werde.

Seit Deiner Abreise in Paris haben wir noch mit den Offizieren die Ratifikationsinstrumente ausgetauscht und den Schwarzen Adlerorden überreicht, welcher recht freundlich aufgenommen wurde. Die weiteren Ordenssachen in Betreff der beigegebenen Herren sind ursprünglich in H's Hände gelegt, der diese große Affaire zuerst in die Hände des Ministers zurückgelegt hat, wo die Angelegenheit wohl noch ruhen dürfte. Sollte sich mein Hohenzollerngroßkreuz noch an Deiner Uniform befinden, so hast Du wohl die Freundlichkeit, es unter meiner Adresse entweder nach Paris oder vielleicht unter Adresse des Ministeriums nach Berlin zu dirigieren. Anfangs nächster Woche passiere ich durch Berlin. Eigentlich wollte ich erst im Spätherbst hierherkommen, auch hätte ich dann wohl nicht Intrigo VII zu dem kurzen Interim verholfen, indessen war ich hier nötig und bin deshalb hergegangen.

Hier regnet es alle Tage, ebenso wie in Paris. Dort war als neuer Kavallerie Attaché Herrn von Romberg eingesprungen, den ich mit einigen Efforts trotz der neueingeführten allgemeinen Steuerrechts in den Club habe hineingebracht. Er wird nun wohl weiter durch die Welt reiten.

Vor meiner Abreise verlobte sich noch die kleine Bedmar mit einem russischen Offizier Fürst Wittgenstein (eine durch der letztern Verwandte vorbereitete Partie).

Empfehle mich ehrerbietigst Deinen treuen Gemahlin und vergiss nicht ganz Deinen aufrichtig ergebenen treuen Rosenberg