Berlin, 7. August 1764

Wohlwürdiger Hoch- und Wohlgebohrener Graf,
Vielgeehrter Herr Kammerherr!

Ich bin gesonnen, als  Herrenmeister
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Herr-Meister
des St. Johanniter-Ordens in Meiner Ordens-Residenzstadt Sonnenburg mit Seiner Königlichen Majestät in Preußen qua Protectoris Ordinis allergnädigster Einwilligung am 1. Octobris des jetzt laufenden Jahres einen solennen Ritterschlag zu halten, und da bei sotanem Actu einiger Herren Ritter und designierter Commendatorum Gegenwart nötig ist, so habe ich dieselben der Gewohnheit nach hiermit einladen wollen, sich den 29. Septembris c. abends zu Sonnenburg einzufinden, den Ritter-Mantel gefällig mit sich zu bringen und dasjenige, was bei dem Ritterschlage denenselben zu verrichten angetragen werden möchte, bereit und willig über sich zu nehmen. Ich zweifele nicht, Sie werden auf diese Reise-Einladung dem Ritterlichen Orden zu Ehren sich Ihrer Obliegenheit willig unterziehen, und erwarte von dero Überkunft des  sobald als möglich
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fordersamsten
geneigte Antwort. Sollten aber wider Verhoffen dieselben durch  rechtsgültiges Hindernis
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unvermeidbare Ehehafften
davon abgehalten werden, so ersuche ich Sie, Mir solches sogleich  freundlichst
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ohnschwer
bekannt zu machen.

Übrigens verbleibe mit aller Consideration  Nur diese Unterschrift war im Original eigenhändig, das übrige von Schreiberhand.
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Des Herrn Kammerherrn wohl affectionierter Freund
Ferdinand