Angerburg, 31. Dezember 1877

Gnädigste Frau Gräfin!   Editorische Auslassung [...]

Was die mir gütigst übersandten Blätter betrifft, so habe ich die  Evangelische Kirchen-Zeitung, hrsg. von E. W. Hengstenberg, Berlin
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evangelische Volks-Kirchenzeitung
mit Interesse gelesen und sie dann bei einzelnen Seelen zirkulieren lassen. Für die Flugblätter des  
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Reichsboten
habe ich bis jetzt in der Stadt zehn eifrige Leser aus den Kreisen der Lehrer an der Stadtschule, Taubstummenanstalt und am Seminar sowie auch vier aus dem Bürgerstand gefunden. Auf dem Lande habe ich noch wenig anknüpfen können; jedoch weiß ich, dass die regelmäßige Zusendung den Lehrern Milthaler-Kehlerwald, Hofmann-Wilkowen, Rechow Eckert-Buddern und dem neuen Lehrer in Wenzken per Buddern, dessen Namen ich leider wieder vergessen habe, recht willkommen sein würde. Die mir übrig bleibenden Exemplare habe ich einem für christliche Zwecke ungemein tätigen und brauchbaren Mann, der für die Oberlin-Stiftung im ganzen Kirchspiel kollektiert, nächst anderen kleinen Erbauungschriften mitgegeben; einerseits, um ihm durch solche kleine Gegengabe leichter Eingang zu verschaffen, anderseits, um durch ihn Persönlichkeiten auf dem Lande kennenzulernen, die die Flugblätter mit Interesse, aber auch mit Nutzen lesen möchten. Sobald er mir rapportiert, werde ich nicht verfehlen, Ihnen die geeigneten Adressen zugehen zu lassen. Bis dahin würden Sie mich erfreuen, wenn Sie mir monatlich mindestens 12 Flugblätter für den Bedarf der Stadt wollen zukommen lassen. Für andere Bücher danke ich vorläufig, da ich jetzt meine ganze Zeit auf wissenschaftliche Arbeiten verwenden muss, werde jedoch bei freier Zeit dankbar von Ihren gütigen Arbeiten Gebrauch machen.

Mich Ihrem geneigtesten Wohlwollen auch für das neue Jahr empfehlend, bleibe ich Euer Hochgeboren treu ergebener Lenhardt