Regest: Ende April erhält Lehndorff die Erlaubnis, nach Preußen zu reisen. Er hat die Reise vollständig vorbereitet und sich an den Höfen verabschiedet, als seine Frau schwer erkrankt. Statt nach Preußen reiste er mit ihr nach Bad Ems. Seine Schwiegermutter steuerte 1.000 Taler bei, ohne die er sich die Reise nicht leisten konnte. Nach den Revuen reist er am 31. Mai ab. In Ems ist Gräfin Dönhoff „die einzige Dame von Stande, die hier ist“. Ansonsten gäbe es zahlreiche Frankfurter Kaufmannsfamilien, jedoch sei der Adel „hier zu Lande sehr hochfahrend und meidet die Gesellschaft dieser guten Bürgersleute“, worüber er sich hinwegsetzt und damit ein Beispiel gibt. - Da die Kur keinen Erfolg hat, gehen die Lehndorffs nach Koblenz. Lehndorff besucht den Kurfürsten und erfährt von der dortigen Unruhe „wegen der neuen Zölle, die der König von Preußen auf die Waren gelegt hat, die durch seine Staaten gehen“, denn man befürchtet den Rückgang des Handels der Städte am Rhein. Lehndorff besucht auch Neuwied und die dortige Herrnhuter Brüdergemeinde. - Auch die Kur in Koblenz bleibt ohne Erfolg, am 23. Juli stirbt Marie von Lehndorff. Lehndorff schreibt: Sein Glück sei groß gewesen, der Verlust nicht minder - er habe „eine junge, hübsche und reiche Frau“ und seine vier Kinder verloren. - Da man sich in der Residenz eines katholischen Kurfürsten befindet, befürchtet Lehndorff Schwierigkeiten und verfügte die Überführung nach Neuwied in einem Leichenkleid „aus weißem, mit Spitzen garnierten Seidenstoff“ in der Nacht des 25. Juli. Die Beisetzung findet in der lutherischen Kirche statt, „wo man unter der Kanzel ein Grabgewölbe errichtet“ hat. - Die „Freundlichkeit, die der hohe Adel von Koblenz“ - in einem katholischen Land - ihm erwiesen habe, werde er nie vergessen. - Als Witwer kehrt er nach Berlin zurück und folgt einer Einladung nach Rheinsberg. Im September überbringt er seiner Schwiegermutter in Magdeburg die Nachricht. Sie sei sehr freundlich gewesen, aber er bekam darum „nicht einen Taler mehr und suche mich mit meinen Angelegenheiten abzufinden.“