Editorische Auslassung [...] Unter den Gutsbesitzern herrscht große Unzufriedenheit. Der König hat sich von  Polizeipräsident in Berlin
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Philippi
verleiten lassen, den Preis des Scheffels Korn auf 1 Taler und 7 Groschen festzusetzen. Die Landwirte verlangen mehr dafür und wollen kein Getreide mehr in die Stadt schicken.

 Bereits seit 5. Mai 1738 sollten Verbesserungsvorschläge bzgl. des Justizwesens durch die Amtsvorsteher eingereicht werden, vgl. GStA PK, XX. HA, Rep. 54 Gutsarchiv Lehndorff-Steinort, Nr. 469. - Im Folgenden schreibt Lehndorff, Carmer habe zwar „in Schlesien Außerordentliches vollbracht“, indem er das Kreditsystem errichtet und das Rechtsverfahren vereinfacht habe, in Berlin werfe man ihm aber vor, dass er „alle Rechte des Adels aufheben“ wolle (S. 304 und 306). Zur Durchführung der Justizreform auf den Steinortschen Gütern wurde Regierungsrat Glawe bestimmt, „der ein sehr verbindliches Wesen an sich hat, aber auch ein großer Intrigant sein soll“, vgl. ebd., S. 335.
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Einen weiteren Grund zur Unzufriedenheit bildet die Neuordnung des Justizwesens durch den Großkanzler Carmer, insofern er dem Adel die Befugnis zur Ausübung der Gerichtsbarkeit auf seinen Gütern nimmt.
Solche Dinge erregen viel Lärm, hindern aber nicht, dass man sich in Berlin trefflich amüsiert.

  Editorische Auslassung [...]

Unser Karneval hat ein Ende und der König reist ganz wohl und zufrieden ab. Der Oberstallmeister Schwerin, der beim König eine Art Hofnarr spielt, sagte zu diesem: „Sie haben sich diesen Winter recht gut aufgeführt; ein jeder ist mit ihnen zufrieden gewesen.‟ Es ist wahr, dass S. M. diesmal nicht so viel Sarkasmen gesagt hat wie gewöhnlich. Das haben wir aber, glaube ich bestimmt, nur dem Marquis v. Luchesini zu verdanken, der immer in seiner Nähe ist und ihn durch geistreiche Unterhaltung zu fesseln versteht. Den Herren, die früher seine Umgebung bildeten, fehlte es an Geist; ihre Unterhaltung war nur Klatsch über Personen, die der König nicht kannte.

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Wenn ich daran denke, dass mein Sohn in einigen Jahren in diese Welt voll Gefahren treten soll, dann sträuben sich mir die Haare auf dem Kopf. Ich will darum bestrebt sein, ihn mit den Grundwahrheiten des Christentums, dem Gefühl für Sittlichkeit und Anstand, dem Widerwillen gegen leeren Schein und dem edlen Ehrgeiz zu erfüllen, durch treffliche Eigenschaften des Herzens und des Geistes sich allgemeinerer Wertschätzung zu erfreuen. Besonders aber werde ich den Himmel anflehen, dass er ihm den rechten Weg zu einer tadellosen Lebensführung weise. Denn der menschliche Verstand allein genügt nicht, um einen jungen Menschen richtig zu leiten; es bedarf immer des göttlichen Beistandes.

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