Regest: Am 10. Januar findet in Berlin die Vermählung der Prinzessin Philippine mit dem Landgrafen von Hessen statt. Nach der Einsegnung der Braut und den kirchlichen Feierlichkeiten nach katholischem Ritus sowie der Unterzeichnung des Ehevertrages finden die Feierlichkeit im Weißen Saal des Berliner Schlosses statt. Hier wird die Trauung nochmals nach evangelischem Ritus vollzogen. Zur Tafel wird auf dem goldenen Service serviert. Anschließend wird der traditionelle Fackeltanz aufgeführt. Lehndorff begleitet den Prinzen Heinrich und kann aus einem Nebenzimmer die ganze Zeremonie mit ansehen. - Den ganzen Januar finden zahlreiche Bälle statt, bevor der Landgraf am 30. abreist. - Bei der Verleihung des Schwarzen Adlerordens zeichnet der König Graf Werthern aus, der erst seit kurzem in seinem Dienst ist; „die alten Exzellenzen sind darüber ganz unglücklich, und es ist auch für die alten Landesangehörigen nicht gerade schmeichelhaft“. - Lehndorff stellt seine Nichte Schlieben am Hof vor, das „Vergnügen, das ihr diese Ehre macht“, erinnert ihn an seine frühen Jahre, doch für ihn sei „das leider längst vorbei“, er sehne sich danach, „wieder in meinen dunklen Steinorter Allen spazieren“ zu gehen. - Er verkehrt regelmäßig mit dem Bischof von Ermland. - Am 14. Februar reist er über Stettin (Zusammentreffen mit der Schwester, dem Herzog von Bevern, der Prinzessin Elisabeth), Naugard, Köslin, Stolp, Oliva nach Danzig (Herr v. Rehbinder). Hier redete man nur „von der Furcht vor den Preußen und von der Verwirrung, welche die neue Erwerbung unserer Königs in dieser Stadt verursacht“ und das alles teurer geworden sei, „seit alles 'gezinst' werden müsse“. Dann geht es über Elbing (Kapitän Kunheim, General Thadden), Quittainen (Graf Dönhoff, Graf Dönhoff-Friedrichstein, dessen Schwester, Gräfin Kalnein, General Truchseß, Graf und Gräfin Keyserlingk), Reichertswalde (Graf Dohna), Schlodien, Karwinden, Heilsberg (Bischof von Ermland, Domherr Pöppelmann), Rössel, Rastenburg nach Steinort zurück. - Hier führt er ein „ruhiges Leben“ und verbringt die Zeit mit Lesen, Ausritten, Gartenarbeit, Besuchen und Korrespondenz, trifft Anordnungen auf den Gütern und lässt die Wege in Stand setzen. - Am 7. Mai feiert er hier seinen Geburtstag im Kreis der Familie, am Tag danach trifft der Bischof von Ermland ein. In den folgenden Tagen führen ihn Besuche nach Langenbrück (Herr v. Grävenitz), nach Doben (Baronin v. Schenk) und nach Sanditten, um seinen Schwager Graf Schlieben „zur Vernunft“ zu bringen, und nach Gerdauen. - Die Gräfin Dohna, geb. Schwerin trifft in Steinort ein.