Regest: Lehndorff schreibt über seinen Aufenthalt in Berlin, Charlottenburg, Potsdam, Spandau, Köpenick und über dortige Unternehmen und Einrichtungen: Berliner Porcellanfabrik, Eisengießerei, Invalidenhaus, Splittgerbersche Zuckerraffinerie, Scharnweberscher Botanischer Garten, Bronze-Fabrik von Weber und Mieth Jägerstraße, Essigfabrik, Hutfabrik Pascal, Seidenfabrik von Favreau, Charité, Veterinärschule Lichtenberg, Königliches Mineralienkabinett, Lagerhaus, Favreau Bandfabrik, Tabackfabrik Ulrici, Spinnfabrik Gebr. Bernhard, Tuchweber Bremer, Spandauer Festung, Arbeitshaus, Gewehrfabrik, Königshorst (Meierei), Tappertsche Spinnerei, Eckarsteinsche Steingutfabriken, Plattierfabrik von Foester & Hagemeister, Mechanikus Mendelsohn, Messserschmied Humblot, Moulinage Hr. Schulze, Schwefelsäurefabrik Reimann, Cattundruckerei Gebr. Sparkaese in Köpenick, Filetweberei (tricot de Berlin) Kunhardt, Schriftgießerei Decker, Seidenfabriken Friedländer, Blinden-Institut von H. Zeyme. - Ausführlich beschreibt er die „Zuckerbereitung aus Runkel-Rüben“. - Generalfabrikentabelle von Berlin 1805/06 (beiliegend, Bl. 28v-29). - Mit Jordan, Oberst der Berliner Nationalgarde, sprach er über die Juden im Berliner Stadtcorps. Dieser habe erklärt, „dass er Ursache habe, mit den über 100 Juden, welche bei diesem Stadtcorps stehen, sehr zufrieden zu sein. Sie haben sich vorzüglich gut aufgeführt, die Sonnabende taten sie Dienste gleich alle übrigen Gardisten, und an den hohen Feiertagen hat man sie absichtlich verschont.“ (ebd., Bl. 89). Zur Kunst in Berlin notierte er (Bl. 105 v): „15. Januar. An Sachen der Kunst bietet Berlin nicht viel dar – die Statuen auf den öffentlichen Plätzen sind zum Teil sehr sorgfältig und schön gearbeitet, aber unbeschreiblich ungefällig ist das Costum, z. B. des preußischen Generals in seiner völligen Bekleidung, mit Zopfperücke usw. – die Statue des Großen Kurfürsten zu Pferde, von Bronze gearbeitet, ist groß und schön. Vorzüglich schöne Gebäude sind das Opern- und das Zeughaus – außerdem eine Menge hübscher Privatgebäude. Das Äußere des Komödienhauses ist sehr hässlich, aber [das] Innere recht hübsch. Über die Berliner wie über die Bewohner einer jeden großen Stadt lässt sich schwerlich ein Urteil im Allgemeinen abgeben – flach und seicht sind wohl alle Großstädter qua talde. Waitsch, Frotsch, Wolter (Mahler), Schadow, Catsch (Bildhauer).“ .