[1808]

den 2. Oktober Erntefest in Möglin

den 3. Oktober morgens um 9 Uhr verließ ich Möglin, woran mich manches zeitlebens erinnern wird. Mein Weg ging über Kunersdorf, Friedland, Quappendorf nach Quielitz. Obgleich ohne alle Adresse, wandte ich mich geradezu an den Ober-Finanzrat Herrn von Prittwitz. Und wirklich, mit einer Bereitwilligkeit und Gefälligkeit, die ich nicht genug bewundern kann, zeigte er mir nicht nur selbst seine ganze Wirtschaft in Quielitz, sondern fuhr auch mit mir nach dem schönen Vorwerk Bärwinkel. Die Quilitzschen Güter bestehen aus 9 Vorwerken und enthalten zusammen 13.000 Morgen. Sie sind teils Bruch-, teils Höheland. Es folgt eine ausführliche Beschreibung der Güter, der Brennereien und der Brauereien, der Ställe und Gärten, der Vieh- und der Landwirtschaft.  1792 ließ Joachim Bernhard von Prittwitz im Schlosspark des heutigen Schlosses Neuhardenberg ein Denkmal (Mars und Minerva, an einer Säule mit aufgestellter Urne in Trauer um den verstorbenen König) errichten. Es wurde 1792 von Johann Wilhelm Meil entworfen und von dem Bildhauer Giuseppe Martini ausgeführt. Das 5,20 m hohe Denkmal ist das früheste, welches nach dem Tod Friedrich II. 1786 entstand.
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In dem Garten, umgeben von höheren Tannen, steht das Monument, welches General Prittwitz Friedrich II. setzen ließ.
In einem edlen Charakter ist es in Rom von Martini gearbeitet.   Editorische Auslassung [...] Das  Vgl. Kaak, Heinrich, Eigenwillige Bauern, ehrgeizige Amtmänner, distanzierte fürstliche Dorfherren. Vermittelte Herrschaft im brandenburgischen Alt-Qilitz im 17. und 18. Jahrhundert, Berlin 201, S. 277 ff.
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Untertänigkeitsverhältnis hat Herr von P.
schon größtenteils selbst aufgehoben.   Editorische Auslassung [...]

den 4. Oktober Gusow. Durch  Podewils, Friedrich Heinrich Graf von, Wirtschaftliche Erfahrungen in den Gütern Gusow und Plattkow, Berlin 1801-1804.
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Graf Podewils und seine ökonomischen Schriften
schon von Alters her berühmt.   Editorische Auslassung [...] Das Gut ist auf 12 Jahre für 160.000 Rtlr. an einen Herrn Kersten verpachtet. Das Schloss ist nach meinem Geschmack nicht so ausgezeichnet geschmackvoll und anmutig, wie der Herzog von Holstein es schilderte. Der Garten im englischen Stil hat viele hübsche Partien und eine Menge fremder Gewächse und Bäume. Die Edeltanne und den Trompetenbaum fand ich hier und nicht in Kunersdorf. Es folgen Ausführungen zur Brauerei und Brennerei, zu Vieh und Bodenverhältnissen. Auch der Ökonomie-Kommissar Vesemeier findet die Gusowsche Fruchtfolge nicht passend.   Editorische Auslassung [...]

den 5. Oktober Von Gusow ging ich nach Fredersdorf, blieb die Nacht im Krug und verfügte mich des Morgens zu H. Marwitz.   Editorische Auslassung [...] Das Gut gehört unstreitig zu den besten in dieser Gegend, es besteht aus gleich viel Bruch und Höhe und hat 83 Wispel Aussaat, also circa 1.900 Morgen.   Editorische Auslassung [...]

Am Abend des 5. Oktober erreicht er Tempelberg und fährt am Morgen des 6. Oktober mit dem Ökonomiekommissar Vesemeier nach Lichtenberg, wo er Scharnweber noch antrifft, der im Begriff ist, nach Berlin zu fahren. Lehndorff begleitet ihn. Beide kehren am 7. Oktober abends nach  Im Dorf Lichtenberg hatte General Wichard von Möllendorff 1798 ein drei Morgen großes Areal erworben, auf dem er sich ein schlossartiges Landhaus mit dazugehörigem Gutspark anlegen ließ. Hier gab es auch einen botanischen Garten mit seltenen Laub- und Nadelbäumen, Treibhäuser und Orangerien.
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Lichtenberg
zurück, von wo er am Morgen des

8. Oktober eine Wanderung über Friedrichsfelde, Dahlwitz, Schöneiche, Woltersdorf, W. Schleuse nach Rüdersdorf - bis Dahlewitz auf der Chaussee antritt.   Editorische Auslassung [...]

Rüdersdorf. Früher sind die Kalkberge von Privatleuten genutzt, jetzt sind sie königlich. Es sind hier vorzüglich zwei Berge, die bearbeitet werden. Es folgen Ausführungen zum Kalkbergbau und zum Heinitzkanal.   Editorische Auslassung [...]

Tempelberg den 9. Oktober nach Gölsdorf ein Rittergut, das Herr von Hardenberg an der Stelle der in Ansbach veräußerten Familiengüter als Rittergut für ewige Zeiten hier angekauft hat.   Editorische Auslassung [...] Diese Güter werden bewirtschaftet von dem Ökonomie-Kommissarius Vesemeier, einem Mann, den Kenntnisse, Vorurteilsfreiheit und Gefälligkeit sehr auszeichnen.   Editorische Auslassung [...]

Lichtenberg den 10. Oktober, eine halbe Meile von Berlin, 1.000 Morgen groß, die Gebäude gut und der Boden mehr mittelmäßig leicht als schwer. Das Gut wurde von H. Kriegsrat Scharnweber für 36.000 Rtlr. gekauft und beinahe ebenso viel ist seit 4 Jahren hineingesteckt. H. S. hat die Idee, durch Arbeiten und Düngen den Boden durchweg gleich tragbar und einträglich zu machen, und ihn, nachdem dieses geschehen, mit geringen Kosten in diesem Zustande zu halten und den Konjunkturen nach durch diese oder jene Fruchtfolge benutzen zu können.